Tilo Steireif findet für den zwischen Anarchie und Meancholie changierenden Furor des Romans buchstäblich ansprechende Bilder. Wie er den Text überzeichnet, bringt dessen Imaginationskraft ebenso pointiert wie vielschichtig zum Ausdruck. Steckt der Räuber dem Roman zufolge voll seltsamer Unausgeglichenheit, Unruhe, so wirken die Bilder wie Visualisierungen, wie Visionen dieses Potentials. Die pop-ästhetisch gefärbte Verbildlichung des räuberischen Naturells schärft das Bewusstsein für dessen Aufsässigkeit. Der Nichtsnutz, wie der Räuber zu Beginn des Romans betitelt wird, erscheint heute als nötiger denn je. In unserer zweckoptimierten Gegenwart, in der ein Tagedieb schon bald als Verbrecher gilt, der nicht ungeschoren davonkommen darf, stellt der Räuber Tilo Steireifs und damit auch derjenige Robert Walsers eine wilde und gefährliche Figur dar. Gleich einem modernen Robin Hood gibt sie den Menschen zurück, was ihnen das Leben an Freiheit raubt. aus dem Nachwort von Reto Sorg

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Tilo Steireif
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