«Was tut eigentlich Haus am Gern?», werde ich gelegentlich gefragt.«Haus am Gern tut mir leid», antworte ich jeweils. Ha, ha! das ist natürlich ein Witz. Und ein schlechter noch dazu. Aber die Reaktion der Fragesteller erheitert mich jeweils sehr, was – nehme ich an – ganz im Sinne von Haus am Gern wäre. Denn Haus am Gern gibt ebenfalls gern Antworten auf Fragen, die so nicht gemeint waren oder gar nie gestellt worden sind. Die Übersicht der Werke, die diese Monografie vermittelt, gibt mir jedenfalls diesen Eindruck: hier ist ein unartiges Kind am Werk, das «auf die Treppe spuckt». Was ich jedoch als reines Ablenkungsmanöver interpretiere, um unsere Aufmerksamkeit vom Schein zum Sein zu lenken, damit der Adressat (denn Haus am Gern wendet sich mit jedem Projekt an genau definierte Adressaten, die überdies kaum je einfach nur dem Kunstsystem angehören) die Deckung der allgemeinen Wünsche, Projektionen und Erwartungen verlässt, hinter denen sich die Gesellschaft beim Kontakt mit Künstlern
gerne in Sicherheit bringt – sogar dann, wenn die Rolle des Künstlers nur darin besteht, die «Nummern der Mithäftlinge im Lager»1 auszumalen.

aus em MONO-Textheft: DIE NUMMERN AUSMALEN… von Trmasan Bruialesi
>>>Stefanie Christ in der Bermer Zeitung 16.12.10
>>>Alice Henkes im Kleinen Bund 17.12.10
>>> Zwez im Bieler Tagblatt 5.1.11
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