Can I Giacomo Bianchetti
Can I Giacomo Bianchetti
Can I Giacomo Bianchetti
 
Can I Giacomo Bianchetti
Can I Giacomo Bianchetti
Can I Giacomo Bianchetti
Can I Giacomo Bianchetti

Iin seiner (…) Werkserie mit dem Namen "Can I" nutzt der Absolvent der Fotofachklasse Vevey seine Präsenz, um Interaktionen auszulösen. Auf öffentlichem Boden und mit kurzer Brennweite fotografiert er die Portale der zwanzig grössten Schweizer Unternehmen, die zusammen den Swiss Market Index (SMI) bilden, den bedeutendsten Aktienindex der Schweiz. Die im SMI enthaltenen Titel entsprechen rund 90 Prozent der Marktkapitalisierung aller börsenkotierten Schweizer Unternehmen. Auch hier ist der Fotograf ein unerwünschter Gast, wie die Wegweisungsversuche des Aufsichtspersonals belegen. Seine physische Position im Raum ist dabei von massgeblicher Bedeutung. Der Fotograf tastet sich dicht an die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Grund heran und dokumentiert seinen Standpunkt akribisch. Die nachfolgenden Wortwechsel zeigen, dass die geltende Rechtslage, die derartige Aufnahmen gestattet, von den betreffenden Firmen oft in Frage gestellt oder ignoriert wird. Die Transkripte der Gesprächsprotokolle sind im Corporate Font, der jeweiligen Firmenschrift, gehalten und auf Texttafeln in die Ausstellung integriert, wo sie die Fotografien flankieren.
Auf bemerkenswerte Weise gelingt es Giacomo Bianchetti, ein wesentliches Merkmal der mediengesteuerten Marktökonomie offenzulegen: dass selbst eine einzelne Fotografie eine Gefährdung des öffentlichen Bildes darstellt, das für Konsumenten und Shareholder aufrechterhalten werden muss. Beruhend auf einem einzigartigen Konzept und der Verbindung unterschiedlicher künstlerischer Mittel – Performance, Fotografie, Audio und Transkripte – provoziert Giacomo Bianchetti entblössende Reaktionen mittels einer unschuldigen Geste: des Fotografierens.

aus: coalmine.ch
Website Giacomo Bianchetti
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